Brennpunkt: "Eier"
Problematisieren wir in unserer Gesellschaft den Konsum von Hühner-Eiern, sind weite Teile der Bevölkerung kaum noch so sensibilisieren. In Zeiten, in denen Tierschützer die für 2006 anvisierte Abschaffung von Legebatterien als glorreichen Sieg zelebrieren, greift der Konsument beherzt zu Eiern aus Boden- oder Freilandhaltung. Frei nach dem vom Deutschen Tierschutzbund geprägten Motto "Augen auf beim Eierkauf" legen viele Menschen Wert auf Bio- und/oder Freilandetiketten. Leider macht sich kaum jemand die Mühe hinter die Kulissen zu blicken und sich die Frage zu stellen, ob diese alternativen Haltungsformen tatsächlich den grundlegenden Bedürfnissen der Hühner nach Freiheit und Unversehrtheit gerecht werden.
Ob Legebatterie, Boden- oder Freilandhaltung, ob Bio oder nicht: Sobald die Kücken in der "Legehennenzucht" aus dem Ei geschlüpft sind, werden sie nach Geschlecht sortiert. Die männlichen Kücken werden in der Regel unmittelbar nach dem Schlüpfen vergast oder zerquetscht, denn der Bauer hat keinen weiteren Bedarf für sie – schließlich werden "Masthähne" auf andere Merkmale als Legehennen gezüchtet. Die weiblichen Kücken werden großgezogen, im Schnitt zwei Jahre lang ausgebeutet und dann, wenn ihre "Legeleistung" nachlässt, geschlachtet und als "Suppenhühner" verwertet. Ihre natürliche Lebenserwartung hätte bis zu 20 Jahre betragen.
Die Idylle trügt: Wenn das Kücken männlich ist, wird es bald vergast, vermust oder zerquetscht. Und auch weiblichen Kücken dürfen nicht
freudig in die Zukunft blicken, denn nach ihrer Versklavung als Legehennen werden sie ermordet und von uns Menschen verspeist.
Bild: www.photocase.de
Generell haben wir keine ethische Legitimation Hühner zu ermorden, denn sie verspüren wie wir den Wunsch auf Leben und Freiheit. Mit welchem Recht verwehren wir ihnen diesen Wunsch?
Kein Mensch muss Eier konsumieren, um zu überleben: Alle wichtigen Nährstoffe lassen sich auch aus veganer Kost beziehen.
Eine Hundertschaft Vögel auf engsten Raum:
Bodenhaltung wird von Tierschützern als bessere Alternative zur Legebatterien propagiert.
Einziger Unterschied zur Legebatterie: Die Hühner haben unwesentlich mehr Platz und müssen nicht auf Gittern stehen.
Bild: www.soylent-network.de
Kann es eine Freiheit hinter Gittern geben? Oder warum werden Hühner auch in der so genannten Freilandhaltung eingesperrt?
In der Freilandhaltung werden ebenso wie in jeder anderen Haltungsform Hühner versklavt, ausgebeutet und letztlich ermordet.
Bild: www.soylent-network.de
Was ist mit Eiern "eigener" Hühner?
Manche Vegetarier, die zwar eingesehen haben, dass auch an den Eiern aus Freilandhaltungen eine Menge Blut klebt, aber dennoch nicht auf ihr "Frühstücksei" verzichten möchten, könnten auf die Idee kommen, eine private Freilandhaltung zu eröffnen und die Hühner auch dann weiterhin zu versorgen, wenn sie nur noch wenig oder gar keine Eier mehr legen. Allerdings wären diese Hühner weiterhin Gefangene und des Menschen Untertan – das ist aus anitspeziesistischer Sicht natürlich abzulehnen. Denn auch wenn der Auslauf noch so groß und der Stall noch so gemütlich ist, ihr Lebensraum wäre durch Zäune begrenzt, sie wären Gefangene. Wer selbst Hühner (gefangen)hält, um sich an ihren Eiern zu bereichern, reduziert sie auf eine Funktion als Eierproduzenten. Auch wer dem antispeziesistischen, tierrechtlerischen Argument keine Beachtung schenken möchte, jedoch anerkennt, dass Hühner ein Anrecht auf Leben haben, darf privat ebenso keine Hühner halten wie Eier vom Biohof konsumieren. Denn wer ein lebendes Huhn kauft, finanziert auch gleichzeitig den Mord an mindestens einem Hahn mit: Schließlich schlüpfen aus Eiern im Schnitt genauso viele weibliche wie männliche Kücken. Mit anderen Worten, kommt auf jedes weibliche Kücken in der Zucht ein männliches. Und männliche Kücken werden – wie bereits erläutert – in der "Legehennenzucht" unmittelbar nach ihrer Geburt ermordet. Dass beiweiten nicht jedes weibliche Kücken auch zu einer für den Menschen rentablen "Legehenne" heranwächst und demzufolge während der Zucht ebenfalls ein gewisser Prozentsatz weiblicher Hühner ermordet wird und zudem viele Hennen die Strapazen der Zucht und Haltung nicht überleben, haben wir dabei noch gar nicht berücksichtigt. Kurzum: Selbst wenn wir dich auf unseren Seiten bislang noch nicht von der ethischen Notwendigkeit einer tierrechtlerischen Position überzeugen konnten, und du es weiterhin aus für uns unverständlichen Gründen als gerechtfertigt erachtest, Hühner als Waren zu handeln und zu versklaven, so musst du als Vegetarier dennoch eines anerkennen: Mit dem Kauf von "Legehennen" für eine private Freilandhaltung unterstützt und finanzierst du den Mord von vielen Hühnern.
Es kann niemals "ethische korrekte Eier" geben, denn sie sind stets blutverschmiert, für den Konsum von Eiern müssen völlig losgelöst von der Haltungsform Hühner ihr Leben lassen. Dabei ist es nicht relevant, ob nun bei industrieller Freilandhaltung mehr oder weniger Tiere sterben als in der privaten. Jedes Individuum leidet, jedes Individuum hat ein Anrecht auf Leben. Die einzige Möglichkeit diese Grundfesten der Tierrechte zu achten, besteht darin vegan zu leben.
Was ist mit den Eiern befreiter Hühner?
Wer gewieft ist und sich in Tierrechtskreisen kundig gemacht hat, könnte nun einwenden, was denn mit den Eiern von befreiten Hühnern sei. Wie steht es damit? Was spricht dagegen von Tierrechtlern befreite Hühner bei sich aufzunehmen und die nun mal zwangsläufig anfallenden Eier zu verspeisen? Eine ganze Menge: Hühner solltest du um ihrer selbst willen aufnehmen und nicht, weil du so erpicht darauf bist guten Gewissens Eier konsumieren zu können! Glaubst du, für die Hühner wäre es nicht schlimm jeden Tag Eier zu legen? Hühner gehen dabei bis an die Grenzen ihrer körperlichen Belastbarkeit: In der Natur legen Hühner durchschnittlich 6 Eier, um sich zu vermehren. Gehen Eier verloren oder werden geraubt, ersetzt die Henne sie. Genau diese Eigenschaft wird in der Hühnerhaltung ausgenutzt, denn wenn der Mensch der Henne die Eier raubt, legt sie neue. Die Physiologie der Henne ist selbstverständlich nicht dazu vorgesehen jeden Tag aufs Neue Eier ersetzen zu müssen. Die gesundheitlich Folgen sind verheerend: Da die benötige Menge Calcium zum Bilden der Eierschalen über die Nahrung kaum gedeckt werden kann, entzieht der Körper den Knochen dieses wichtige Mineral. Die Kloake der Henne ist manchmal entzündet und gereizt.
Kannst du untern diesen Umständen wirklich reinen Gewissens ein Ei konsumieren?
Wohin mit den Eiern befreiter Hühner?
Es verbleibt die Frage, was mit den Eiern befreiter Hühner geschehen soll: Verbleiben die Eier im Nest, versucht die Henne im Frühling sie erfolglos auszubrüten. Tagelang verließe die Henne ihr Nest nicht mehr, würde kaum noch Nahrung zu sich nehmen, bis die Eier langsam verfaulten. Im schlimmsten Fall könnte dies in schweren Infektionen münden. Die Eier zu entnehmen, ist indes auch keine Lösung: Für die Henne könnte dies einen Raub ihrer Schützlinge darstellen! Hier können wir nur abwägen, was das kleinere der beiden Übel ist: Verbleiben die Eier im Nest, läuft die Henne Gefahr zu erkranken und erlebt immer wieder aus Neue das Trauma einer Fehlgeburt, es entwickeln sich keine Kücken in den Eiern. Entnehmen wir die Eier, die die Henne ausbrüten möchte, erlebt die Henne "nur" das Trauma eines Raubs ihrer Schützlinge, trägt aber keine weiteren gesundheitlichen Folgen durch eingeschränkte Nahrungsaufnahme davon. Was nun die Henne mehr traumatisiert, die ständigen "Fehlgeburten" oder aber der Raub ihrer Eier, darüber vermag ein Mensch nicht zu urteilen. Das ethische Dilemma ist nicht aufzulösen, aber wir müssen eine Entscheidung fällen. Neben dem möglichen traumatischen Erlebnis für die Henne, das wir in seiner Tragweite nicht bemessen können, bleibt nur der Erhalt von Gesundheit und Leben als Kriterium. Vor diesem Hintergrund erscheint es weniger schlimm zu sein, die Eier zu entnehmen — denn so setzen wir zumindest nicht die körperliche Gesundheit der Henne aufs Spiel. Eine befriedigende Lösung ist dies jedoch nicht. Wer glaubt die ideale Lösung gefunden zu haben und der Henne das Eierlegen abgewöhnen möchte, der irrt: Hennen haben keinerlei Einfluss auf die Eierproduktion in ihrem Körper. Analog dazu wäre es von ebenso großem Erfolg gekrönt, einem weiblichen Säugetier seine Periode abzugewöhnen.
Ob wir die Eier entnehmen oder nicht, die Henne legt weiterhin Eier – solange bis Kücken aus den Eiern schlüpfen. Eine Bedingung, die nicht zu erfüllen ist.
Doch was soll mit den entnommenen Eiern geschehen? Sie selbst zu konsumieren sollte – angesichts des damit verbundenen Leids für die Hennen – auch für jeden ethisch motivierten Vegetarier ausscheiden. Eier sind keine Lebensmittel, genauso wie Tiere keine Lebensmittel sind!
Einwände von Tierbefreiern
Manche Tierrechtsinitiativen implizieren oder propagieren, die Weitergabe von Eiern befreiter Hühner an uneinsichtige Vegetarier und Omnivore als sinnvolle Verwendung. Sie argumentieren, dass damit Leid eingeschränkt werden könnte, da ja weniger Eier aus konventionellen Haltungsformen konsumiert würden. Zwar betonen so handelnde Tierrechtsinitiativen dabei, dass die Weitergabe seitens der Vegetarier und Omnivoren nicht als Toleranz fehlinterpretiert werden dürfe. Doch wir fragen uns, was denn mehr Toleranz – ja, sogar Akzeptanz – ausstrahlen könnte, als diese konkludente, in sich schlüssige Handlung? Sie geben befreiten Hühnern bei Menschen ein zu Hause, die gelegte Eier in ihrer Nachbarschaft und Bekanntenkreis verschenken oder verkaufen und damit einen Markt für scheinbar "ethisch korrekte" Eier schaffen. Einige dieser Tierrechtinitiativen gehen sogar soweit, die Hennen an Omnivore zu vermitteln, die zusichern, sie nicht zu schlachten aber selbstverständlich die Eier konsumieren.
Wenn ich der Gesellschaft mit Nachdruck verdeutlichen möchte, dass Eier keine Lebensmittel, sondern Früchte der Ausbeutung sind, darf ich sie nicht als Lebensmittel verteilen! Um die eingangs gestellte Frage, was mit den Eiern der befreiten Hühner geschehen soll zu beantworten: Sie gehören weggeworfen, denn sie sind keine Lebensmittel.
Einige Tierbefreier mögen zu bedenken geben, dass unbefruchtete Eier auch kein Abfall seien – und das, obwohl diese Tierbefreier sie selbst als "Menstruationsprodukte" benennen: So sehr wir uns auch von dem Begriff distanzieren, weil wir ethisches Bewusstsein und nicht falsche Ekelgefühle wecken möchten, so müssen wir dennoch zustimmen: Aus biologischmedizinischer Warte betrachtet sind unbefruchtete Eier tatsächlich Menstruationsprodukte, sie sind ein Abfallprodukt des Körpers. Es ist paradox einerseits von "Menstruationsprodukten" zu sprechen aber andererseits in Abrede zu stellen, dass unbefruchtete Eier als "Menstruationsprodukte" Abfall sind.
Abschließend möchten wir an die betroffenen Tierbefreier appellieren, eure gefährliche Weitergabepolitik nochmals zu überdenken. Ja, wir wissen: Es finden sich ohnehin kaum Plätze für befreite Hühner, und es werden unter der Bedingung, dass die Eier nicht weitergereicht oder konsumiert werden dürfen, noch deutlich weniger. Natürlich werden dadurch weniger Leben direkt gerettet werden können, doch wir stehen in der Verantwortung die Spezies der Hühner dauerhaft aus der Sklaverei des Menschen zu befreien – und dieses Ziel gefährden wir immens, wenn wir nicht mit aller Deutlichkeit zeigen, dass Eier alles andere als Lebensmittel sind. Den Konsum von Eiern zu gestatten, durchkreuzt dieses langfristige Ziel diametral.
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Kommentare
Nadine: Hallo,
also ich bin auch aktiv im Tierschutz tätig, allerdings geht es bei der art TS mehr um aklute notfälle und ich besitze auch vier Hühner denen es sehr gut geht.
Aber mal eine ganz dumme Frage was trinkt ihr nur schwarzen kaffee oder Tee??? Milch ist ja auch ausbeute ich finde Batterie haltung bei Hühner auch nicht in ordnung , aber ich denke wenn man weiß die Tiere haben zeitlebens ein gutes Plätzchen gehabt dann esse ich GERN mein Frühstücksei.
Bestimmte Tierarten sind normal zum Verzehr da!!!!
(15.08.2006, 14:27 Uhr)
andreas: Ich hätte einen Hühnerstall wo unsere Hühner die Eier selbst fressen (verbecker was soll ich machen
(22.02.2006, 09:23 Uhr)
Tom: Hallo Carmen,
im Grunde genommen ist es gar nicht so schwer ohne Eier und Milch zu kochen. Als ich noch bei meinen Eltern wohnte, gab es zwar auch ein bisschen Streit, aber letztlich haben sie zum Kochen Sojamilch und Eiersatz genommen. Sie werden dich schon nicht verhungern lassen. Vegetarismus ist ein wichtiger Schritt, aber erst durch eine vegane Lebensweise lässt sich das Leiden der Tiere beenden.
Im Rezeptbuch findest du viele leckere vegane Rezepte und Tips, wie du Milch und Eier beim Kochen und Backen ersetzen kannst:
http://www.das–rezeptbuch.de/
Viel Erfolg morgen bei deinem Referat! :–)
(11.12.2005, 21:17 Uhr)
Carmen Sales: Ich bin nicht Veganer, sondern Ovo–Lacto Vegetarier. Ich halte Morgen in der Schule ein Referat über Veganismus, ich finde es persönlich gut dass ihr auf dieses Problem aufmerksam macht. Aber wie soll man denn auf Eier und so weiter verzichten wenn man noch bei seinen Elteren wohnt und die noch für einen Kochen?!
Die sind schon wütend genug das ich Vegetarierin bin!!
(11.12.2005, 21:07 Uhr)
mv: kjgh
(18.11.2005, 11:23 Uhr)
Lachender Wolf: Ihr habt doch wohl den größten Knall aller auf dem Markt befindlichen Irren!!
Eure Weltanschauung passt in das 12. oder 13. Jahrhundert; alleine die Verwendung von Computern "outet" Euch doch als Heuchler: Strom kommt hier halt von der Verbrennung tierischer Reste (Öl und Gas), die Gehäuse der Rechner sind aus Kunsstoff (= Öl...), somit missbraucht Ihr sogar noch tote Tiere für Eure verrückten Zwecke!!
Wir haben zu Hause 2 Katzen, die als normale Familienmitglieder bei uns leben, genauso "versklavt" wie Kinder... .
Grabt Euch doch einfach ein und lasst Euch vergessen
(01.11.2005, 15:26 Uhr)
Tom: Hallo Jil,
soweit ich weiß, ist in der Legehennenhalungsverordnung nicht geregelt, wie groß die Zugänge zum Auslauf gestaltet sein müssen.
Wenn du es ganz genau wissen willst/musst, wirst du nicht umhin kommen die Hennenhaltungsverordung zu studieren. :–/
Grundsätzlich sollte aber klar sein, dass auch kein noch so großer Auslauf Mord von Hühnern rechtfertigen kann.
Alles Gute,
Tom
(30.10.2005, 20:10 Uhr)
Jill KLein: Ich würde gerne wissen, ob in der Freilandhaltung nach den EU–Bestimmungen die Ausgangslänge vom Stall zum Auslauf tatsächlich nur ca. 1m für viele Tausend Hühner beträgt, so dass nur die wenigsten diesen Auslauf erreichen. Wenn ihr mir weiter helfen könnt, nennt mir bitte auch die Quelle eurer Informattion.
Gruß Jill
(30.10.2005, 16:44 Uhr)
Murx: Ihr unterstellt den Hühnern, sie würden leiden, wenn man ihnen ihre Eier stiehlt – da habt ihr allerdings nicht genau genug recherchiert, denn die Hälfte der Hühnerrassen und –standortvarianten bilden nur selten Glucken aus, die tatsächlich auf den Eiern glucken, bis diese ausgebrütet oder aber sicher faul sind.
Ein Großteil der Hühner sind sogar asaisonale Leger, das heißt, daß sie sogar in der für sie zum Kückenkriegen sehr ungünstigen Zeit Eier legen – diese Eier werden nicht mal von Glucken begluckt!
Beispiel für eine Rasse, die nur noch sehr selten Glucken hat, sind die La Fleche aus Frankreich. Diese Hühner legen zwar bevorzugt ihre Eier in vorbereitete Nester (sie stehen sogar an, wenn zuwenig Nester vorhanden sind), verlassen dann aber die Nester und kommen erst wieder, um ein neues Ei da rein zu legen. Das machen diese Hühner mit und ohne Hahn.
Übrigens sind die La Fleche durchaus in der Lage, ohne menschliche Hilfe zu leben und da einige von ihnen durchaus glucken (also Eier ausbrüten) und da nicht einmal darauf achten, ob es ihre eigenen Eier sind, die sie da ausbrüten, sind La Fleche sogar in der Lage, sich ohne den Menschen zu vermehren und selbst zu erhalten.
Ist es bei solchen Hühnern dann immer noch verboten, wenn diese frei rumlaufen, ohne die Hilfe des Menschen (der sie und ihre Kücken z. B. vor dem Fuchs schützt, was wir natürlich nicht machen, weil dazu ein Zaun notwendig wäre) sich ernähren und vermehren, ihnen Legenester anzubieten und die Eier, die nicht begluckt werden, aus diesen Legenestern als Lebensmittel zu nutzen?
Wo bleibt denn da dem Trauma, wenn sich solche Hühner eh nicht mehr um ihre Eier kümmern, nachdem sie sie gelegt haben?
Was ist mit den asaisonalen Hühnern, die den ganzen Winter durch legen, aber aufgrund der zu kurzen Tageslichtlänge nicht ins glucken kommen. Müssen da auch die Eier weggeschmissen werden?
Wenn die Hühner draußen nächtigen müssen, haben sie nachweislich mehr Angst, wie wenn sie im Stall nächtigen dürfen. Dazu ist natürlich notwendig, den Stall nachts zu schließen, damit kein Marder etc eindringen darf.
Wenn ich den Hühnern nachts keinen mardersicheren Stall anbieten kann, ist das dann unterlassene Hilfeleistung?
Wenn ich den Hühnern den Stall mardersicher mache, in dem ich den Stall schließe, nachdem die Hühner freiwillig da rein gelaufen sind, ist das dann Freiheitsberaubung?
Muß ich die Zäune um meine Gemüse– und Kräuterbeete weglassen, damit die freilebenden Hühner nicht in ihrem Freiheitswillen eingeschränkt werden? Oder darf ich wenigstens noch meine Pflanzen vor den gefräßigen Hühnern schützen?
Was ist mit Füchsen, Mardern etc, die die Eier durchaus auch selbst für ihre Jungen bräuchten, darf ich wenigstens denen die Eier geben?
Oder ist das auch schon verabscheuungswürdig?
Also irgendwie geht ihr hier mir eindeutig zu weit! Eier sind ein wertvolles Nahrungsmittel und ich seh nicht ein, darauf zu verzichten! Vor allem nicht, mit einer derartig weit hergeholten Argumentation!
Vor allem, da ihr zwar Tierhaltung aller Art abschaffen wollt, aber Pflanzen, nur aufgrund des fehlenden Nervensystems die Empfindungsgabe, Leid und Bewußtsein absprecht, trotzdem auch Pflanzen in eindeutiger Art und Weise auf Verletzung und Verbiß reagieren, daß man davon ausgehen muß, daß auch sie Leid und Angst empfinden können!
Das ist nicht konsequent durchdacht und einfach unlogisch!
Entweder der Schutz aller Lebewesen einschließlich Pflanzen oder ihr macht den selben Speziesismus, den ihr uns Nicht–Veganern so vorwerft!
(21.07.2005, 15:01 Uhr)
TomFalkner: Hallo Janine,
wir setzen Hühner nicht mit Menschen gleich, wir haben lediglich hinreichend begründet, dass Menschen, Hühnern und auch allen anderen fühlenden Lebewesen die gleiche moralische Berücksichtigung zuteilen werden muss. Du hast es selbst gesagt: Hühner empfinden Angst und Schmerz, warum also fügst du ihnen durch dein Konsumverhalten Leid zu?
Auch in Biofreilandhaltungen werden Hühner ausgebeutet und ermordet. Ich wüsste nicht, was es wichtigeres auf der Welt gibt als sich gegen Ausbeutung und Ermordung empfindsamer Individuen aufzulehnen. Zudem verlangt niemand von dir, dass du Tierrechtsaktivistin werden solltest, so wünschenswert dies auch wäre. Aber wir erwarten, dass du keine Tiere ermorden lässt. Und Eikonsum ist zwangsläufig mit Mord verbunden, da hilft auch alles Polemisieren und Augenverdrehen nichts.
Gruß,
Tom
(26.06.2005, 19:19 Uhr)
Janine: Also bitte...
Hört doch einfach mal auf, Hühner ständig mit dem Menschen gleichzusetzen... Ich bezweifle nicht, dass Hühner Schmerzen oder Angst empfinden können, aber die Rede von einem "Trauma" bei dem Raub der Küken oder dem Stehlen der Eier – da denk ich mir wirklich: Geht's noch? Ein Huhn denkt nicht wie ein Mensch, verdammt –.–... Ich werde weiterhin Bio–Eier kaufen und damit indirekt arme Hühner ermorden *augenverdreh*
Gibt wirklich wichtigeres auf der Welt, als Freilandhaltung an den Pranger zu stellen.
(26.06.2005, 18:53 Uhr)
Klasse 8a: Wir finden die Legebatterienzucht nicht in Ordnung,weil die Tier damit gequählt werden. Man soll sich mal in die Lage der Tiere versetzen und sich mal vorstellen wie es ist wenn man so gequätscht in einem Käfig sitzt!!!
Hauptschule Altenberge
(23.06.2005, 09:13 Uhr)
Tom: Hallo Jürgen,
du hast es erfasst, wir sprechen uns gegen jede Form der Haltung von Tieren aus. Tatsächlich haben wir nicht das Recht uns in Belange anderer Spezies einzumischen. Meistens kommen nichtmenschliche Tiere auch nicht freiwillig zu uns, sondern es ist die Not, die sie zu uns treibt. Waschbären z.B. richten sich nicht etwa bei Menschen ein, weil sie gerne mit ihnen zusammen leben möchten, sondern weil wir ihnen ihre Lebensräume geraubt haben.
Als einzige Ausnahme betrachte ich hier die Opferversorgung, schließlich tragen wir allen Verantwortung für befreite Hühner, Schweine, Kühe, Kaninchen, Ziegen, Fische und viele andere ehemalige SklavInnen. Problematisch ist diese Opferversorgung aber allemal, weil sie nur bedingt den Interessen und Bedürfnissen der befreiten Tiere gerecht werden kann.
Gruß,
Tom
(17.06.2005, 09:34 Uhr)
Tom: Hallo Daniel,
ich begrüße es sogar, wenn eine Spezies ausstirbt, die als Nutztiere funktionalisiert wurde. Bitte vergegenwärtige dir, dass das Leben von den meisten so genannten Nutztieren permanentes Leiden bedeutet: Schweine mit einer zusätzlichen Rippe, Kühe, deren Milchdrüsen derart viel Milch bilden, dass es ihnen Schmerzen verursacht.
Einem Individuum ist es gleichgültig, ob seine Spezies ausstirbt. Oder bereitet es dir Schmerzen, dass es in in einigen hundertein Jahren keine Menschen mehr auf dieser Welt wandeln könnten? Ein Individuum leidet aber sehr wohl darunter, was ihm oder ihr angetan wird, so genannte Nutztiere werden ausgebeutet und ermordet – das lässt sich wohl kaum damit entschuldigen, dass wir ihre Spezies, die wir eigenes für uns geschaffen haben, erhalten. Unser Ziel ist es, dass sämtliche "Nutztiere" zugunsten der noch frei lebenden Arten aussterben.
Gruß,
Tom
(17.06.2005, 09:29 Uhr)
Tom: Hallo cK,
wir leben aber nicht vor 1000 oder 2000 Jahren, sondern hier und heute.
Wir treten auf dieser Webseite übrigens auch in Opposition zur so genannten Haustierhaltung, die nicht minder eine Form der Sklaverei darstellt wie die so genannte Nutztierhaltung. Siehe hierzu "Brennnpunkt Haustierhaltung".
Gruß,
Tom
(17.06.2005, 09:20 Uhr)
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