Brennpunkt: "Haustierhaltung"
Von TierschützerInnen wird vielfach auf eine "nicht artgerechte" Haltung von so genannten Haustieren hingewiesen und als besonders grausam geltende Zuchtmethoden werden kritisiert. ArtenschützerInnen und UmweltschützerInnen machen sich gemeinsam gegen den Import exotischer Tiere stark. Jedoch regen sich nur vereinzelt leise Stimmen, gegen Zucht und Haltung von "Haustieren" in ihrer Grundsätzlichkeit. Dabei ist eine radikale Ablehnung der "Haustierhaltung" vor antispeziestischen Hintergrund ebenso notwenig wie die der "Nutztierhaltung", wie der folgende Text verdeutlichen wird.
Viele Menschen leben mit nichtmenschlichen Tieren zusammen, weil sie deren Gesellschaft genießen. Nichtmenschliche Tiere sehen sie als SpielgefährtInnen, Partnerersatz, Medizin gegen Depressionen, Sinn ihres Lebens und vieles mehr – nur nicht als gleichberechtigte Individuen. Manche Menschen nehmen nichtmenschliche Tiere auf, um Zuneigung zu erfahren und sich das Gefühl zu verschaffen, gebraucht zu werden. Mit anderen Worten: Sie funktionalisieren nichtmenschliche Tiere für ihre Zwecke. Selbst Menschen, die die so genannte Nutztierhaltung ablehnen, akzeptieren häufig dennoch die so genannte Haustierhaltung und verkennen dabei, dass die "Haustiere" von ihnen auch als emotionale Nutztiere betrachtet werden. Doch was meine ich, wenn ich von "emotionalen Nutztieren" spreche? Auch in VeganerInnenforen ist immer wieder zu lesen, dass ein Zusammenleben mit nichtmenschlichen Tieren sich positiv auf die menschliche Psyche auswirke oder den Menschen eine Aufgabe gäbe, so dass Menschen wieder einen Sinn in ihrem Leben sähen. Die so genannten Haustiere sollen also einen emotionalen Nutzen für den Menschen erfüllen. Sie sollen den Menschen glücklich machen, indem sie ihm das Gefühl verleihen, gebraucht zu werden und ihn von Gefühlen der Einsamkeit und Traurigkeit befreien. TierrechtlerInnen jedoch sprechen sich konsequent gegen jede Haltung und Instrumentalisierung von nichtmenschlichen Tieren aus. Für Tierrechte zu kämpfen, bedeutet allen Tieren ein Recht auf ein Leben in Freiheit und Unversehrtheit gegenüber dem Menschen zuzusprechen. Nichtmenschliche Tiere leben um ihrer selbst Willen und nicht, um dem Menschen – für welchen Zweck auch immer – zur Verfügung zu stehen.
Selbst wenn wie auf diesem Bild der Käfig offen steht, so ist die Freiheit der InsassInnen doch sehr begrenzt: Wer hat ernsthaft Zweifel daran, ob diese Meerschweinchen nicht ein Leben in den grasgrünen Anden unter vielen ArtgenossInnen dem in einer kleinen Wohnung vorziehen würden?
"Aber was ist denn so schlimm an der Haustierhaltung, wenn die Tiere artgerecht gehalten werden und sie zum gegenseitigen Nutzen ist", höre ich dich fragen. Die so genannte Haustierhaltung ist wie jede anderer Art der Tier(gefangen)haltung Sklaverei. So genannte Haustiere werden verkauft oder verschenkt, dabei werden sie besonders unter ZüchterInnen nach ganz bestimmten körperlichen Merkmalen begutachtet. Sie sollen gemessen an menschlichen Normen gut aussehen und auf Ausstellungen Preise gewinnen. Sind sie dazu nicht geeignet werden sie häufig ausgesetzt oder direkt nach der Geburt ermordet. Die als Haustiere betrachteten Individuen sind für viele Menschen nichts anderes als Waren mit einem bestimmten Wert. Sie betrachten andere Tiere als minderwertige Lebewesen, die zur Belustigung und Erheiterung des Menschen dienen. Solche Tiere sollen für den Menschen da sein und ihm widerspruchslos gehorchen. Wenn sie diesen Ansprüchen nicht gerecht werden, werden sie oft wie Abfall behandelt und "entsorgt" — bestenfalls im Tierheim. Doch das ist nur ist nur die Spitze des Eisbergs: Es geht uns nicht darum, nur bestimmte Haltungsbedingungen abzulehnen oder nur Menschen zu kritisieren, die nichtmenschliche Tiere aussetzen. Wir sprechen uns gegen jede Form der so genannten Haustierhaltung aus, denn sie ist immer mit einer massiven Beschneidung der Rechte nichtmenschlicher Tiere verbunden. Um auf die Frage und die Forderung nach "artgerechte Haltung" zurückzukommen: "Artgerecht" und "Haltung" – das ist ein Widerspruch in sich. Haltung heißt stets Gefangenhaltung im weitesten Sinne. Selbst wenn (gefangen)gehaltene Tiere unbegrenzt Auslaufmöglichkeiten haben, ist ihr Leben größtenteils fremdbestimmt und dem des Menschen untergeordnet. Sie können nicht frei über ihr eigenes Leben entscheiden. Der Mensch entscheidet über Fortpflanzung, Nahrung, Einrichtung des Reviers, dazu kommen Besuche bei TierärztInnen und vieles mehr. Wird ein Tier in Gefangenschaft Mutter, so entscheidet in der Regel der Mensch, ob die Kinder bei der Mutter bleiben dürfen. Artgerecht oder der Art gerecht kann jedoch nur ein Leben in Freiheit sein.
Nicht immer ist die Gefangenschaft von so genannten Haustieren so offensichtlich wie bei diesen Fischen: Der Freiheit entrissen werden Fische dazu genötigt auf engsten Raum mit Fischen aus gänzlich anderen Lebensräumen eine bedauernswerte Existenz zu führen. Häufig ist es nicht möglich in Aquarien Lebensbedingungen nachzuempfinden, die auch nur den rein biologischen Bedürfnissen der Fische gerecht werden. So sterben viele "Auquarienfische" einen äußerst qualvollen Tod wenn eine falsche Wasserchemie ihre Schleimhäute angreift.
Die Mär vom "gegenseitigen Nutzen"
Es mag zwar durchaus so sein, dass auch so genannte Haustiere vom Menschen profitieren, indem sie sich nicht um ihre Nahrung sorgen müssen, nicht frieren müssen und umsorgt werden. Doch kann diese eine Entschädigung für ihre Gefangenhaltung und Unterdrückung durch den Menschen sein? Wenn du das so siehst: Möchtest du mit diesen Tieren tauschen? Wenn du diese Frage bejahen kannst und/oder dir das Geschilderte gar nicht schlimm und ablehnenswert erscheint, dann wage das folgende Gedankenexperiment:
Wie fühltest du dich,
- wenn du gegen deinen Willen kastriert oder sterilisiert würdest?
- wenn dir deine Kinder entrissen würden, um sie wie Waren zu verkaufen oder zu verschenken?
- wenn du völlig abhängig von anderen Lebewesen wärest?
- wenn du deine Nahrung nicht selbst auswählen könntet?
- wenn du dich ständig betatschen lassen müsstest?
- wenn du jederzeit als Spielzeug dienen müsstest?
Womöglich müsstest du zudem:
- In einem kleinen Käfig leben.
- Ohne oder mit nur begrenzen Auslauf leben.
- In deinem eigenen Kot und Urin liegen.
Und am Ende könnte es dir sogar passieren ausgesetzt zu werden, sobald du nicht mehr klein und niedlich wärest oder die Menschen "ein anderes Spielzeug" gefunden hätten und dich nur noch als lästig empfänden.
Doch selbst wenn dem nicht so wäre, so wärest du dein Leben lang Eigentum des Menschen, einE SklavIn. DeinE HerrIn alleine würde darüber entscheiden, wie, wo, mit wem und sogar wie lange du leben dürftest.
Opferversorgung ist keine Haustierhaltung
Trotz aller Kritik an der so genannten Haustierhaltung leben bei einigen TierrechtlerInnen nichtmenschliche Tiere. Nun höre ich dich fragen: "Ist das nicht ein Widerspruch?" Lass mich kurz den entscheidenden Unterschied zur "klassischen Haustierhaltung" erklären. TierrechtlerInnen nehmen nichtmenschliche Tiere nicht aus egoistischen Motiven auf. Sie nehmen sie nicht auf, um einen wie auch immer gearteten Nutzen von ihnen zu haben. Hier und heute sind wir leider noch weit davon entfernt, dass jede Form der Gefangenschaft nichtmenschlicher. Tiere abgeschafft ist. Es gibt zahlreiche Tiere die ausgesetzt wurden und auf Grund ihrer jahrelangen Gefangenschaft nicht mehr in der Lage sind in der Natur zu überleben oder nicht an das hiesige Ökosystem angepasst sind. So könnte ein Meerschweinchen hier wohl ebenso wenig auf sich allein gestellt überleben, wie Hunde oder befreite Hühner. Diese Tiere, die Opfer unserer speziesistischen Gesellschaft, einer Gesellschaft, in der andere Tiere als minderwertig und für den Menschen benutzbar angesehen werden, sind größtenteils darauf angewiesen aufgenommen und versorgt zu werden. Wir hoffen, dass es diese Opfer irgendwann nicht mehr geben wird, dass alle Tiere in Freiheit leben. Doch bis es so weit sein wird, sehen wir es als unsere Pflicht an, diese Tiere aufzunehmen.
Fazit
Die "Haustierhaltung" ist nicht minder ein Phänomen speziesistischen Denkens wie der Verzehr von Leichenteilen, geraubten Eiern oder geraubter Muttermilch. Wer als VeganerIn sich gegen Versklavung von Tieren zur Nahrungsproduktion ausspricht, nicht aber im gleichen Maße die Versklavung von Tieren als "Haustiere" ablehnt, ist offensichtlich noch immer von einem speziesistischen Denken besessen: Denn jedes Tier hat ein Anrecht auf Selbstbestimmung und lebt um seiner selbst Willen und nicht, um von uns für unsere Interessen benutzt zu werden! Das schließt Meerschweinchen gleichermaßen ein wie Schweine, Hühner gleichermaßen wie Papageien und Forellen gleichermaßen wie Goldfische.
Kommentare
Hundefreund: Fanatismus dient keiner Verbesserung sondern lediglich zu einer Verschlimmerung der Lage bzw. bildet es den Zenit der Realitätsverzerrung.
Sich gegen die Massentierhaltung, Tiersport oder Überfischung einzusetzen ist akzeptabel, gar wünschenswert. Diese aggressive Haltung gegenüber das Halten von Haustieren bzw auch Nutztieren mit fadenscheinigen Thesen erinnert mich eher an blanke Agitation, als an einem sinnvollen Argument. Außerdem schreckt der Autor nicht mal vor Verleugnungen zurück und versucht mit einer Freizügigkeit zum Schwindel das Halten von Haustieren als moralischen Frevel zu titulieren.
(10.07.2010, 16:04 Uhr)
oh-we!: Zitat des Autors:
"Wie fühltest du dich,
[...]
* wenn du völlig abhängig von anderen Lebewesen wärest?
* wenn du deine Nahrung nicht selbst auswählen könntet?
* wenn du dich ständig betatschen lassen müsstest?
* wenn du jederzeit als Spielzeug dienen müsstest?"
Als bitte, lieber Autor! Du vermenschlichst hier Tiere, indem ihnen einen hochentwickelten Freiheitsbegriff andichtest, den nur Menschen haben. Nehmen wir dein fadenscheidiges Argument mit der Abhängigkeit: Um Abhängigkeit überhaupt erst wahrnehmen zu können, müssen Tiere wissen, was Freiheit im Sinne des Menschen ist. Das können sie niemals! Das möchte ich anhand folgender Argumente beweisen: Mit Sicherheit empfinden Tiere Leid, wenn sie von einem Halter gequält werden, das schlägt ohne Zweifel auf ihr Wohlbefinden. Andererseits sind nicht alle Halter so, wie Du sie beschreibst. Sondern es gibt Halter die ihre Tiere sehr gut behandeln und bei denen sie sich wohlfühlen. Und trotzdem sind diese Tiere genauso abhängig von ihren Haltern, wie die Haustiere der Tierquäler – das gilt für jedes Tier, das in menschlicher Obhut lebt, ob es gut oder schlecht behandelt wird. Und trotzdem fühlen sich die Tiere, die gut behandelt werden, deren Bedürfnisse berücksichtigt werden wohl, und das obwohl sie nicht im menschlichen Sinne frei sind. Sie haben einfach nicht dieses Freiheitsdenken, das Du weltfremdes Subjekt ihnen unterstellst. Es ist für die Tiere völlig bedeutungslos, ob sie in Abhängigkeit leben oder nicht, so lange ihre Grundbedürfnisse erfüllt sind. Und ein Tier das unabhängig vom Menschen lebt, in der freien Natur, fühlt sich schlechter und unwohler, als Haustier, wenn seine Grundbedürfnisse in der Natur nicht erfüllt werden. Du siehst, es ist völlig unerheblich, ob die Tiere abhängig sind oder nicht – ihre Drundbedürfnisse müssen erfüllt sein und die sind viel niedriger anzusetzen, als die eines Menschen, der der einzige ist der überhaupt einen Freiheitsbegriff hat und Abhängigkeit empfinden kann. Darüber hinaus hast Du, lieber Autor, ein Bambisyndrom, weil Du die Natur generel als gut und liebenswert, den Menschen jedoch generall als schlecht einstufst. Ich bin dagegen, den Menschen von der Natur zu auszuschließen, ungeachtet wie er sich ihr gegenüber verhält. Denn erstens ist der Mensch auch Natur, er entstammt ihr, ist von ihr abhängig, Naturgesetze gelten auch für ihn (auch wenn er etwas sicherer ist). Zweitens machen die Tiere, die Du selbsternannter Tieretter gern befreien möchtest, keinen Unterschied. Sie teilen nicht ein in Natur und Menschenwelt sondern kennen auch die Umwelt. So nimmt ein Hund, der ja vom Wolf abstammt, den Menschen als sein Rudel an, das er beschützt, indem er Fremde meldet, dem er sich fügt, ebenso wie ein Wolf das in freier Wildbahn tun würde – ich glaube ehrlich, Du bist mittlerweile von der Natur selbst so entfremdet, dass Du scheinbar in einer Disneywel lebst. Vielleicht hättest Du als Kind weniger Bambi gucken sollen. Guten Tag! Ich, ein Spe???, äähh Speeeziesist.
(09.02.2010, 11:31 Uhr)
I.T.: Also liebeR AutorIn IHNEN und allen anderen die so denken wie sie wünsche ich im nächsten leben (falls es so etwas überhaupt gibt) das sie als freies Kaninchen wiedergeboren werden und dann eines Tages von einem Marder gefressen werden...
schönes leben?
Würden sie es dann vorziehen (als Kaninchen) zusammen mit einer/einem FreundIn gekauft zu werden und im garten frei zu laufen, regelmäßig futter zu bekommen und abends in ihren stall getrieben zu werden?
denken sie darüber nach.
(17.10.2009, 14:48 Uhr)
VeganEmpathy: mir gefällt der text sehr gut und an den kommentaren hier ist ja deutlich zu sehen, dass sich die speziesist_innen wieder auf den schlips getreten fühlen und sich mit heuchlerischen ausflüchten und peinlichem sarkasmus irgendwie rauswinden wollen. ich finde auch, dass haustierhaltung in der tierrechts/tierbefreiungsbewegung viel zu wenig angegriffen wird. es ist irgendwie mehr ein randthema und menschen, die tiere aus egoistischen motiven halten und sie vielleicht sogar noch mit den leichen anderer tiere ernähren, werden viel zu tolerant auch innerhalb der bewegung behandelt. nieder mit dem speziesismus! freiheit für alle, die fühlen und leben! danke für diesen schönen artikel.
(30.07.2009, 05:36 Uhr)
sagichnet: Okay, dann lassen wir mal von heute auf morgen jedes einzelne Tier frei; den Löwen im Zoo, das Pferd von der Weide, die Schlange aus dem Terrarium.
Das sind ja alles arme Gefangene und unglücklich.
Der Löwe rennt glücklich davon, bis er einen Menschen oder ein Tier anfällt – wie soll er denn auch nicht, hat doch auch mal Hunger das Kerlchen.
Dann wird er erschossen, weil, er ist ja ein Amokläufer – hey, gleiches Recht für alle! Ein Mensch darf das auch nicht oder?
Aber er ist doch ein Löwe...
PFUI, du SpezisistIn!!
Das Pferd freut sich ebenfalls, seine langen Beine endlich frei strecken zu dürfen – bis es vor das nächste Auto rennt, weil es nun einmal die Verkehrsregeln dieses Landes nicht kennt und nicht begreift.
Und die Schlange... nun, sie wird wohl eine Menge Leute erschrecken und im nächsten Winter elend erfrieren... schöne neue Welt.
(Ironitags nach Belieben setzen)
Meiner Ansicht nach geht einiges schief in der Heimtierhaltung aber PETA und ähnliche Extremisten machen die Sache nicht wirklich besser indem sie tier freundliche Menschen beschimpfen und beleidigen.
Mit einem löwenzahnessenden Fiesling der mich angiftet habe ich weder Lust zu diskutieren, noch werde ich wegen ihm/ihr meine Meinung oder gar mein Verhalten ändern
(24.07.2009, 02:17 Uhr)
SonjaP: Natürlich icht es grausam, Tiere auf engstem Raum zu halten...es kann doch echt nicht sein, dass das jemand abstreitet?
Da gibt es doch nicht ernsthaft Ausreden dafür...??
Wenn jemand gerne ein Haustier hält und den persönlichen Nutzen wichtiger findet als die normalerweise natürliche Lebensweise eines Tieres, dann sollte diese Person auch dazu stehen.
Das würde ich eher akzeptieren als irgendwelche Verharmlosungen und Ausflüchte...
(06.06.2009, 16:34 Uhr)
Omenatäysmehu: Jegliche Formen von Radikalismus und Fanatismus haben noch nie zu einer Lösung geführt und dazu wird es auch nie kommen.
Auch ich sehe Mensch und Tier auf einer Stufe und bin gegen jede Form der Ausbeutung nichtmenschlicher Lebewesen, sei es zu Versuchszwecken oder für Industrie und Lebensmittelproduktion.
Allerdings sollte klar sein, dass man Tiere nicht vermenschlichen kann und derart konstruierte Begriffe schlicht nicht auf Tiere übertragbar sind.
Sich selbst als Rächer der Ausgebeuteten und Befreier Unterdrückten zu stilisieren und utopische Luftschlösser zu konstruieren anstatt den Tatsachen ins Auge zu sehen zeugt nicht eben von geistiger Glanzleistung, lieber Autor.
Sofern man den Menschen als den Tieren in allen Punkten gleichwertiges "menschliches Tier" betrachtet – aus welchen Gründen sollte dieser dann prinzipiell vor dem Konsum tierischer Produkte Abstand nehmen? Natürlich kann man hier über die Wege diskutieren, auf denen der Mensch zu diesen Produkten gelangt, da sicherlich keines der "nichtmenschlichen Tiere" konventionelle Massentierhaltung o.Ä. betreibt. Allerdings dürfte zumindest die Jagd und das Töten wildlebender Tiere genauso wie der "Raub" ihrer Produkte nicht zur Debatte stehen, da diese Art des "Mordes" und "Raubes" von unzähligen Tierarten praktiziert wird und schlicht einen Teil des natürlichen Kreislaufes aller Ökosysteme dieses Planeten darstellt.
Auch bei der Haus– und Nutztier–Frage spiegelt obiger Text meiner Ansicht nach nichts als das binde Schwarz–Weiß–Denken seines Verfassers wider. Während bei dem im engen Käfig gehaltenen Meerschweinchen genannte Argumente noch durchaus verständlich erscheinen, frage ich mich, wie "versklavt" die Hauskatze auf dem Dorf sich wohl fühlen sollte, welche wann immer es ihr beliebt ihr Revier im Freien durchstreifen oder sich im Haus ein warmes Plätzchen suchen und den Nacken kraulen lassen kann.
Natürlich spiegelt obige Situation den Idealfall wider, welcher leider allzu oft nicht den realen Lebensumständen zahlreicher Haus– und Nutztiere entspricht, aber dennoch: Prinzipiell hat ein von Menschen gehaltenes Tier seinen wildlebenden Artverwandten gegenüber große Vorteile, sprich immer genügend Nahrung, einen Unterschlupf, der Sicherheit und Schutz bietet, ärztliche Behandlung, welche Schmerzen verringern und Leben retten kann. Bequemlichkeit ist mit Sicherheit ein in gewissem Maße auch auf Tiere anwendbarer Begriff. Warum sollten Haustiere nicht aus den gleichen Gründen wie der Mensch sichere und geregelte Mahlzeiten und einen warmen, komfortablen Unterschlupf bevorzugen, auch wenn dies in gewissem Sinne Abhängigkeit mit sich bringt? Man führe sich nur vor Augen, wie abhängig von der Industrie die heutige Gesellschaft tatsächlich ist, jedoch vermute ich, dass nahezu jeder diesen Zustand aufgrund des dadurch entstandenen Komforts gerne in Kauf nimmt.
(31.03.2009, 13:36 Uhr)
Omenatäysmehu: (Fortsetzung)
An der Tatsache, dass der Mensch für das, was er bietet, auch etwas bekommt, finde ich nichts Verwerfliches, Symbiose ist ein in der Natur weit verbreitetes Phänomen.
Vorwürfe der Misshandlung und Ausbeutung treffen meiner Meinung nach erst dann zu, wenn Tiere nicht als gleichwertiges Mitglied einer zu beidseitigem Nutzen etablierten Gemeinschaft, sondern als minderwertige Lebensformen oder gar als Rohstoff betrachtet werden.
Differenzierung ist gefragt – ein Begriff, der leider nicht im Vokabular des Autors aufzutauchen scheint.
Da nun aber kein Tier fähig ist, sich sprachlich auszudrücken und uns seine genauen Wünsche und Bedürfnisse mitzuteilen, steht die Menschheit ersichtlicherweise vor einem Problem: Was genau bedeutet "artgerecht"? Wo fängt Tierquälerei an? Wann sind Dinge wie Kastration vertretbar und wann nicht? Wie oft und unter welchen Bedingungen darf man einem Tier Eier, Muttermilch oder Ähnliches nehmen? Ist es richtig, die Tiere, denen man Nahrung und Schutz geboten hat, zu töten, und wenn ja, in welchem Alter?
Es wird niemals DIE richtige und universell gültige Antwort auf solche Fragen geben. Immer bleiben Punkte, die nicht mit einem klaren "ja" oder "nein" beantwortet werden können, oder auf die man überhaupt keine Antwort weiß. Dennoch kann man meiner Ansicht nach durch immerwährendes Abwägen der Tatsachen zu einem akzeptablen Mittelweg finden, auch wenn dieser nicht frei von Fehlern und Missverständnissen sein kann.
Eine perfekte, allgültige Lösung existiert meiner Ansicht nach niemals und für keine Frage, der Glaube, eine solche gefunden zu haben und uneingeschränkt im Recht zu sein, ist für mich schlicht nur eines: Unsagbare Dummheit.
(31.03.2009, 13:36 Uhr)
Laura: Grundsätzlich ist es richtig, dass Tiere stets auf gleicher Augenhöhe zu betrachten sind.
Und in unzähligen Fällen handelt es sich bei Haustierhaltung um Tierquälerei. Aber so einfach pauschalisieren lässt sich das nicht.
Zu einigen deiner Argumente:
"–wenn du völlig abhängig von anderen Lebewesen wärest?
–wenn du deine Nahrung nicht selbst auswählen könntet?
–wenn du dich ständig betatschen lassen müsstest?
–wenn du jederzeit als Spielzeug dienen müsstest?"
All das trifft etwa auf Menschenkinder zu. Freilich, diese können sich schlicht weg nicht selbst versorgen, aber macht sie dieser Umstand unglücklich?
Wie viele Tiere gibt es. die an ihrer Trauer eingehen weil sie ihre Herrchen verloren haben? Wären sie das, hätten sie ihr Leben als Qual empfunden?
Und sorgen deine Tierschützer tatsächlich nur aus ganz altruistischen Gründen für die Tiere, ohne sich an ihnen zu erfreuen, mit ihnen zu spielen, sie zu knuddeln?
(06.01.2009, 20:50 Uhr)
R.: an tierliebhaber:
würde man die tiere freilassen würden sich die tiere von generation zu genaration immer mehr an die eigentliche natur wieder anpassen!
ich will mir demnähst zwei drei ratten aus dem tierheim besoregn und eine großen käfig für sie bauen
was haltet ihr davon wenn man sich um tiere aus dem tierheim kümmert ich finde es geht den dann besser als wenn sie mit viel anderen auf sehr engem raum leben müssen
natürlich brachen sie einen größt möglichen käfig
ALF
(21.12.2008, 19:18 Uhr)
Lisa Schneider: Solche Artikel können echt nur von Leuten geschrieben werden, die an einer geistigen Verwirrung leiden, oder zu viele schlechte Erfahrungen mit Haustierhaltung gemacht haben.
Tiersklaverei? Wann fängt unsere Gesellschaft an, sich mit den wirklichen Problem der Sklaverei auseinanderzusetzen, dem der Kinder.
(07.11.2008, 13:19 Uhr)
Björn: das Thema ist sehr schwierig und es gibt wohl keine ultima ratio hierbei.
So grenzt auch mein Gutdünken an Persönlichkeitsspalterei.
Mit Sicherheit ist die Tierhaltung in sich ein Symbol der Versklavung und Ausnutzung der Tiere...ohne Zweifel
NUR:
als obererste Rasse auf Mütterchen Erde und das sind wir!!!
denn wo der Geist ist darf der Körper weichen ;D
obliegt es uns zu entscheiden was Recht ist, wer Recht hat und wie man Recht auszulegen vermag.
Und wie eine Mutter die ihr Kind vom bellenden Hund wegzieht um es zu schützen, sind auch wir zu Entscheidungen verpflichtet.
die Evolution hat uns mit dem Fluch und Segen beschenkt, die eigene Rasse zu erhalten. Die eigene Rasse zu erhalten basiert natürlich auch hin und wieder auf Beschneidung der Rechte minderer Rassen.
Ob das für diese dann schön ist oder nicht sei dahingestellt.
Die URbanisierung ist ein Prozess der Modernisierung und zur Optimalen Nutzung unserer Mutter Erde, ist eine Kultivierung unabdingbar.
In baldiger Zukunft wird es nahezu keine Natur in sich mehr geben.
Doch verdammt als Vollkommenheit der Evolution ist es unser Recht die Welt für uns zu gestalten.
(30.10.2008, 22:30 Uhr)
Nerestro: Kurz meine Meinung:
Auch ich bin gegen Tierhaltung und Zucht. Eigentlich bin ich ja generell gegen Menschen. Das Gleichgewicht...die Perfektion der Natur haben sie allein Zerstört. Nun bin ich ja leider auch ein Mensch, gefangen in der Kultur und an die Gesetze der Menschen gebunden.
Den Tieren Rechte zuschreiben ist widernatürlich. Das die Menschen Sonderrechte haben ist aber genauso widernatürlich. Es gibt keine Freiheit mehr auf diesem Planeten. Alles Untersteht dem Menschen. Greift ein Tier mal ein Menschen an endet es meistens tödlich...für das Tier. Tausende Tiere werden täglich von Autos überrollt und massenweise sterben Tiere durch Abgase, Umweltverschmutzung, Zerstörung von Lebensräumen usw. usw.
Der Tod von Menschen wird durch Medizin verhindert und das Leben unnatürlich verlängert. Dabei vermehren sich die Menschen immer mehr.
Da die Menschen in ihrer Kultur nur mit anderen Menschen leben halten sie sich Haustiere. Nur um eigene Bedürfnisse zu befriedigen (wie zB. Gesellschaft, Zuneigung durch das Tier).
Der Mensch will es sich selbst immer Angenehmer und Schöner machen, dabei macht er alles immer Schlimmer.
Ändern kann man daran nichts, viele Menschen wollen halt im Wohlstand etc. leben und auf nichts verzichten.
Ein Tier lebt nach Instinkten. Es stillt seine Grundbedürfnisse und lebt. Für einen Menschen wäre sowas "natürlich" viel zu Langweilig. Er hält lieber Haustiere und kümmert sich um sie.
Ich wäre gerne ein Tier...in der Wildnis natürlich.
(22.09.2008, 22:38 Uhr)
sara: ich finde es echt super.es gehört sich einfach nicht tiere zu züchten
(04.09.2008, 16:29 Uhr)
K: Also erst mal, möchte ich Florian, in wirklich allen Punkten zustimmen. Er hat auf den Punkt gebracht, was mir beim Lesen solcher Artikel in den Sinn kommt.
Im übrigen– die meisten der aufgezählten Tiere lassen sich so gut –nach O–Ton des Artikels– "als Sklaven halten", weil sie soziale Tiere sind, die in (hierachischen!) Gruppen leben und ein "individuelles", "selbstbestimmtes" Leben auch so kaum haben würden wollen.
Katzen z.B., die nicht ganz so sozial sind wie Hunde, lassen sich auch viel weniger "wie Sklaven halten"– wenn etwas nicht geht, dann geht es eben nicht.
Und Tiere, die wirklich überhaupt nicht sozial leben, lassen sich vom Menschen kaum beeindrucken.
Andererseits leben die kleinen Tiere auch nicht ihr Leben lang bei den Eltern oder deren Rudeln, sondern verlassen früher oder später diese.
Dass also "Kinder den Eltern entrissen würden", wie hier im Artikel proklamiert, ist ganz natürlich.
Ansonsten kann ich mich auch dem gesamten Ton der Seite gegenüber zwar nicht gänzlich verständnislos, aber dennoch sehr kritisch, äußern.
Ich würde sagen, ich bin, NICHT nach der Bewegung, sondern im WÖRTLICHEN Sinne eine Antispeziezistin. Denn ich erkenne es an, dass der Mensch nur eines von vielen Tieren ist– sonst wäre er nämlich ein Virus oder eine Pflanze ;–)
ABER ich finde es eben auch falsch, von Menschen erfundene Rechte auf Tiere zu übertragen.
Auch, dass Menschen sich mit Biegen und Brechen, teuren Importen und ganz vielen Pillen auch mit Pflanzen ernähren können. Selbst, wenn es noch tausend Mal einfacher wäre– warum?
Ich sehe im "Mord", den ein Löwe begeht, weder ein Verbrechen noch "unnötiges Leid".
Viel mehr ist es von der Natur her sehr SINNVOLL, dass es Tiere gibt, die andere fressen. Ich sehe da kein Leid, das auf jeden Fall vermieden werden müsse, einfach weil– ja, warum eigentlich? Weil wir Menschen so super toll und schlau sind und es besser wissen müssten? Nicht gerade antispeziezistisch, der Gedanke...
(27.08.2008, 21:06 Uhr)
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